Mutig durch schwierige Zeiten – Strategien eines Werkzeugmaschinenherstellers
Stephan Nell - United Machining Solutions
Aktuell erlebt die produzierende Industrie turbulente und wechselvolle Zeiten – das gilt für die globalen Lieferketten, aber insbesondere für die Unternehmen in Deutschland. Die Märkte und das Kundenverhalten sind geprägt von einschneidenden technologischen und geopolitischen Veränderungen. Konsum und Investition sind aktuell durch Unsicherheiten beeinflusst, die unterschiedliche Ursachen haben.
Der Vortrag gibt Einblicke, wie ein Investitionsgüterhersteller diese Situation einschätzt und mit welchen Strategien er diesen schwierigen Zeiten begegnet. Erwartungen an zukünftige Entwicklungen internationaler und nationaler Märkte dienen als Basis, um Auswirkungen auf die produzierende Industrie abzuschätzen. Ein wichtiges Handlungsfeld liegt in technologischen Entwicklungen, die sich an veränderten Bedarfen ausrichten. Überlegene Produkte allein sind zwar Voraussetzung, aber nicht Garant für zukünftigen Markterfolg. Erforderlich sind darüber hinaus wettbewerbsfähige Herstellungsprozesse mit modernen Produktionstechnologien und angemessen qualifizierten Mitarbeitern. Entscheidend sind anforderungsgerechte und wettbewerbsfähige Angebote an die relevanten Branchen und Märkte. Der Vortrag fokussiert dabei auf Entwicklungen mit Bezug zur Werkzeugbranche und stellt Lösungsansätze der United Machining Solutions vor.
Thinking outside the box – mit Fertigungstiefe durch anspruchsvolle Zeiten
Fabian Bock, Florian Bock -Werkö GmbH
Thinking outside the box…
bedeutet für uns das bewusste Abheben von der gängigen, rein CNC-gesteuerten Schleifmaschinenfertigung im VHM-Werkzeugbereich hin zur Herstellung sämtlich möglicher rundlaufsymmetrischer Werkzeuge aus VHM, HSS und anderen Werkzeugstählen.
Ein besonderer Fokus liegt in einer ungewöhnlich breiten Fertigungstiefe. Neben dem Schleifen setzen wir gleichfalls auf eine komplette Weichbearbeitung wie Drehen, Fräsen, Härten, Löten und das Beschichten im eigenen Haus. Diese Kombination macht uns flexibel und marktunabhängig. Sie eröffnet Möglichkeiten, die weit über das klassische Werkzeugportfolio für die Metall- und Holzbearbeitung hinausgehen.
Durch diese Vielfalt lassen sich Kundenanforderungen individueller, oft schneller und kreativer umsetzen. So entstehen Lösungen, die nicht aus einem standardisierten Prozess stammen, sondern aus echter Fertigungskompetenz und einem offenen Blick für ungewöhnliche Projekte. Damit sind wir in der Lage, bei Schwächen einzelner Produktbereiche den Fokus gezielt anzupassen und weiterhin erfolgreich am Markt präsent zu sein.
Wenn Laser auf Diamant trifft – Werkzeugtechnologie neu definiert
Silas Junger - Walter Maschinenbau GmbH
Die Bearbeitung von ultraharten Materialien wie Diamant stellt die Werkzeugindustrie vor enorme Herausforderungen. Konventionelle Schleifverfahren stoßen an ihre Grenzen, wenn höchste Präzision und Effizienz gefordert sind. Mit der WALTER Vision Laser beginnt eine neue Ära: Laserbearbeitung ersetzt mechanische Prozesse und ermöglicht eine berührungslose, thermisch kontrollierte Materialabtragung. Speziell bei PKD- und CVD-Diamantwerkzeugen sind die Ergebnisse komplexe Geometrien, höchste Oberflächengüte und signifikante Produktivitätssteigerungen. Die Technologie eröffnet neue Freiheitsgrade in der Werkzeuggestaltung, ermöglicht eine höhere Werkzeug-Performance und reduziert Verschleiß sowie Prozesskosten. In dieser Präsentation beleuchten wir die physikalischen Grundlagen der Laserbearbeitung, die Vorteile gegenüber herkömmlichen Verfahren und konkrete Anwendungsbeispiele aus der Praxis. Erfahren Sie, wie „Laser trifft Diamant“ nicht nur ein technologischer Fortschritt ist, sondern die Definition von Präzision und Wirtschaftlichkeit in der Werkzeugfertigung neu schreibt.
Rüstzeitenoptimierung – Mut für Neues bringt den Erfolg
Tomislav Anic, Thomas Löhn - GDS Präzisionszerspanungs GmbH
tbd
David gegen Goliath in der Schleifbranche – Überleben durch Innovation und technologische Widerstandsfähigkeit
Tobias Schäfer, Andreas Nitka - VOLLMER WERKE Maschinenfabrik GmbH
Andreas Nitka und Tobias Schäfer betrachten aus der Sicht des Maschinenherstellers die aktuellen Gegebenheiten der Werkzeugschleifbranche, in Bezug auf die scheinbar übermächtigen Herausforderungen unserer Branche dieser Tage. Eine vergleichbare Gegebenheit wie bei dem Kampf zwischen David und Goliath.
Sie zeigen auf, wie der Maschinenhersteller helfen kann, um zu einem ähnlich erfolgreichen Verlauf zu kommen, denn mit Sicherheit konnte David gegen Goliath nur durch Kompetenz und Mut bestehen. Die richtige und vor allem zukunftsfähige Maschinentechnologie sowie eine sinnvolle Hilfestellung durch den Maschinenhersteller darüber hinaus sind ein wichtiger Bestandteil.
Die Digitalisierung ist für Maschinenhersteller und unsere Kunden gleichermaßen keine Option, sondern eine strategische Notwendigkeit in der aktuellen Geschäftswelt. Nur durch die konsequente Integration digitaler Prozesse können wir die Zukunftsfähigkeit unserer Branche sichern. Die Künstliche Intelligenz (KI) wird dabei zur zentralen Wachstumslokomotive: Sie transformiert die Fertigung, optimiert die Prozesseffizienz und generiert fundamentalen Mehrwert und entscheidende Wettbewerbsvorteile für die gesamte Wertschöpfungskette.
„Innovation ist keine Pflicht – Überleben aber auch nicht.“ (Angelehnt an W. E. Deming) von Graham Horton
Wechselwirkung zwischen Maschine, Aufnahme und Werkzeug bezüglich Oberfläche und Bearbeitungsstabilität von Schaftwerkzeugen
Prof. Helmut Nebeling - Hochschule Reutlingen
Das Zusammenwirken der unterschiedlichen bei der Bearbeitung im Kraftfluss liegenden Komponenten von Maschine, Vorrichtungen und Werkstücken ist entscheidend für die geometrische und topografische Genauigkeit der hergestellten Werkstücke. Insbesondere bei der Bearbeitung von Zerspanwerkzeugen wirken sich die unterschiedlichen Einflussgrößen auf die Reproduzierbarkeit, Genauigkeit, Standzeit der Schneiden und Hafteigenschaften von Schichten in entscheidendem Maße aus. Die Güte der einzelnen Maschinenkomponenten und das Zusammenwirken unterschiedlicher Eigenschaften und deren Auswirkungen am Wirkpunkt zwischen Werkzeug und Werkstück stehen im Fokus dieses Beitrags. Neben der Analyse der Eingriffsbedingungen zwischen Scheifscheibe und Werkstück geht dieser auf die Auswirkungen unterschiedlicher konstruktiver Maßnahmen und Maschineneigenschaften auf die Qualität der erzeugten Werkzeuge ein. Wesentlicher Bestandteil sind auch mögliche Maßnahmen zur Optimierung sowie vergleichende Betrachtungen unterschiedlicher Maschinenkonstellationen. Die anwendungsorientierte Analyse des Maschinen- und Prozesszustandes geht auf Möglichkeiten zur Erkennung von Veränderungen der Eigenschaften ein.
CAD/CAM Grinding – Digitalisierung bis zur Maschine
Dr. Claus Itterheim, Paul Harsch - ISBE GmbH,Hartmetallwerkzeugfabrik Andreas Maier GmbH
CAD/CAM Grinding – vom digitalen Zwilling zum einsatzbereiten Werkzeug.
Ausgehend von der Bauteilzeichnung werden die Prozessschritte bis zur Fertigung und dem Einsatz eines Zerspanwerkzeugs aufgezeigt. Genau so, wie es im High Performance Center von HAM in Schwendi live präsentiert wurde. Aus der Bauteilzeichnung wird die Werkzeugkontur erzeugt und das Werkzeug für den vorliegenden Anwendungsfall technologisch ausgelegt. Die 3D Hüllkontur wird für das Werkzeugmanagementsystem gleich mit erzeugt, ebenso wie die Messanweisungen für die Qualitätssicherung.
Die Werkzeugparameter werden per Numroto-Schnittstelle an eine Vollmer Schleifmaschine übertragen, dort mit den Scheiben- und Vorschubwerten ergänzt und das Werkzeug gefertigt.
Nach dem Vermessen erfolgt die Live-Zerspanung mit dem hergestellten Werkzeug.
Fazit: eine durchgängige Prozesskette von der Anfrage bis zur Lieferung des Werkzeugs. Der Zeitvorteil entsteht durch das Ableiten der Werkzeugkontur anhand der Bauteilzeichunug und durch die externe Vorbereitung des Auftrags. An der Maschine wird der Auftrag geladen und gefertigt. Fertig!
Die Bedeutung des digitalen Zwillings in der Werkzeugtechnologie der Zukunft
Dr. Gregor Kappmeyer - Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik - IWU
Der digitale Zwilling hält zunehmend Einzug in die moderne Zerspanungstechnologie. Ein digitaler Werkzeug-Zwilling wird dabei zunehmende Bedeutung gewinnen.
Die Luft- und Raumfahrt mit ihren permanent steigenden technischen Anforderungen an die Zerspanung durch neue Werkstoffe sowie die geforderte Prozesssicherheit und Dokumentationspflichten, wird als Beispiel für den digitalen Zwilling gewählt und Beispiele für mögliche Anwendungen diskutiert. Gerade in dieser Branche sind Warmfestigkeit und Zähigkeit von Werkstoffen zentrale Eigenschaften moderner Werkstoffe, die permanenter Weiterentwicklung unterliegen und somit kontinuierlich die Werkzeugindustrie technisch wie wirtschaftlich herausfordern.
Neben einigen technischen Herausforderungen moderner Triebwerkskomponenten an die Zerspanungslösungen wird ein Beispiel eines solchen Werkstoffs und dessen Einfluss auf die spanende Fertigung vorgestellt. Darüber hinaus werden Anforderungen an das Produktionssystem diskutiert.
Herausforderungen, die sich dadurch an die Werkzeugherstellung ergeben und Lösungsansätze für eine zukünftige wirtschaftliche und effektive Nutzung eines digitalen Zwillings in der Werkzeugtechnologie schließen den Beitrag ab.
Neue Möglichkeiten für Werkzeughersteller – Wendeschneidplatten schleifen mit InsertsPRO
Eduard Kleinschmidt - ANCA Europe GmbH
Zerspanungswerkzeuge mit Wendeschneidplatten werden immer interessanter, unter anderem auch vor dem Hintergrund ausufernder Hartmetallpreise. Mit InsertsPRO komplettiert ANCA sein Angebot für den Anwendungsbereich Wendeschneidplatten. Der Vortrag zeigt, wie neue, smarte Herangehensweisen im Inserts-Schleifen und Kompetenz in der Prozessbeherrschung schnell und direkt höhere Qualität und wirtschaftliche Vorteile bringen. Das flexible Softwarepaket vereint Simulation, Automatisierung und optimierte Abläufe in einer intuitiven Plattform. Wir demonstrieren, wie virtuelle Fertigteilsimulation, Profil-Editor samt DXF-Import und CIM3D-Maschinensimulation den Prozess vorab validieren, Kollisionen vermeiden und die Rüstzeit senken. Themen sind außerdem schnelles Umrüsten, mehrere Schneidkanten, flexible Aufspann-Ausrichtungen und Regler für Frei- und Spanflächen, um Geometrie und Oberflächenqualität sicher zu treffen. Das Ergebnis: weniger Ausschuss, geringere Kosten und gleichmäßige Spitzenqualität, auch bei häufig wechselnden Aufträgen. Im Vortrag schildern wir konkrete Ansätze, wie Sie Industrie-4.0-Flexibilität mutig und sicher nutzen sowie Ihre Fertigung zukunftssicher ausbauen.
Werkzeugvermessung & Organisation neu gedacht – Aktuelle Trends und Entwicklungen
Christoph Zoller - Zoller GmbH & Co. KG
Qualitätsprüfung an Schneidkante und Oberfläche – neue Maßstäbe für Präzision und Effizienz:
Die Anforderungen an die Qualitätsprüfung von Schneidkanten und Werkzeugoberflächen steigen kontinuierlich: schneller, effektiver und automatisiert. ZOLLER Solutions zeigen, wie sich manuelle Abläufe durch intelligente Automatisierung ersetzen lassen. Moderne Messgerätekonfigurationen ermöglichen eine hochpräzise und gleichzeitig schnelle Werkzeugvermessung. Ergänzt wird dies durch den Einsatz von KI-gestützter Bildauswertung, die eine 100%ige Werkzeugkontrolle sicherstellt. So werden Schneidkanten und Oberflächen nicht nur geprüft, sondern auch dokumentiert – für maximale Prozesssicherheit und Rückverfolgbarkeit. Mit diesen Innovationen schaffen Sie die Basis für eine zukunftssichere Fertigung, die Qualität und Produktivität vereint. Erleben Sie, wie ZOLLER die Qualitätsprüfung neu definiert: automatisiert, intelligent und vernetzt.
Stabile Fräswerkzeuge durch experimentelle Optimierung der Spannutenform
Johannes Rauch - Lehrstuhl Umweltgerechte Produktionstechnik, Universität Bayreuth
Die Geometrie von Fräswerkzeugen wird maßgeblich durch die Gestalt der Spannuten bestimmt, welche die Schneide formen und die Schneidfähigkeit des Werkzeugs herstellen. Spannuten können sich sowohl in ihrer Größe, welche insbesondere durch den Kerndurchmesser definiert wird, als auch in ihrer Form unterscheiden. In der Praxis entsteht ein deutlicher Zielkonflikt zwischen sicherem Spanabfluss ohne Risiko eines Spänestaus und einer hohen Werkzeugsteifigkeit. Trotz der signifikanten Einflüsse auf die Effizienz des Zerspanungsprozesses werden Spannutenformen aktuell meist erfahrungsbasiert geschliffen. In diesem Vortrag werden neue Forschungsergebnisse zu den Einflüssen verschiedener Spannutenformen auf den Fräsprozess präsentiert und anhand eines konkreten Anwendungsfalls gezeigt, wie sich eine systematische Optimierung erreichen lässt. Dabei wurden praktische Versuche mittels High-Speed-Kameratechnik und verschiedener moderner Sensorik mit FE-Simulationen kombiniert, um die Spannutenform für einen Schaftfräser für C45 vollumfänglich zu optimieren. Die Untersuchungen zeigen, dass die Spannutenform das thermische Verhalten, die Schnittkräfte, die Prozesssicherheit sowie das Schwingungs- und Verschleißverhalten beeinflusst. Die Ergebnisse eröffnen klare Ansätze, Fräswerkzeuge selbst mit Standardschleifscheiben gezielt zu verbessern und damit die Effizienz und Prozesssicherheit in der Zerspanung spürbar zu steigern.
Vom Nachschleifbetrieb zum Technologiepartner – Erfolgsfaktoren im industriellen Luftfahrtumfeld
Dr. Hans-Henrik Westermann - MTU Maintenance Hannover GmbH
Der Vortrag beschreibt beispielhafte Entwicklungspfade kleiner und mittelständischer Nachschleifbetriebe und Werkzeughersteller hin zu echten Technologiepartnern der Luftfahrtindustrie. Anhand konkreter Anforderungen aus der Praxis wird dargestellt, welche Fähigkeiten über das reine Nachschleifen hinaus entscheidend sind. Dazu gehören hohe Präzision, lückenlose Dokumentation, stabile Qualitäts- und Messprozesse sowie die Fähigkeit, Werkzeuggeometrien für anspruchsvolle Materialien wie Titan, Inconel und CFK gezielt zu optimieren. Zudem werden typische Hürden beim Einstieg in die Aerospace-Lieferkette beschrieben.
Produktionsrisiko Rohstoffmangel – aktueller Stand der Lieferkettenproblematik von Hartmetallen
Dr. Sven-Uwe Schulz - Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
Der Vortrag adressiert die Mechanismen auf den globalen Märkten für nicht-energetische mineralische Rohstoffe und legt dabei einen Fokus auf wichtige Metalle und Werkstoffe für die Zerspanungswerkzeugbranche, vor allem Wolfram.
Nach einer allgemeinen Einführung in die Situation hinsichtlich Angebot und Nachfrage werden die Treiber der Rohstoffnachfrage sowie Chancen und Herausforderungen entlang der Wertschöpfungs- und Lieferketten beschrieben und anschließend mit aktuellen Daten und Ergebnissen unterlegt. Der Schwerpunkt liegt auf der Versorgungssituation Deutschlands und den für den Hartmetallsektor wichtigen Metallen Kobalt und Wolfram werden aktuelle Trends für die nahe Zukunft abgeleitet.
Hochleistungswerkzeuge und deren Applikation unter Berücksichtigung von modernen Materialkreisläufen
Dr. Jan Nickel - CERATIZIT Austria GmbH
Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und Reduktion des Rohstoffeinsatzes sind ein zunehmend wichtiger Industrietrend, insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit und die Emission von CO₂-Äquivalenten im Fertigungsprozess. Der Vortrag erläutert den Rohstoffkreislauf von Hartmetall und seine Relevanz im heutigen Marktumfeld. Denn eine stabile Rohstofflieferkette zeichnet sich durch Transparenz, Rückverfolgbarkeit, zertifizierte Recyclingströme sowie digitale Nachweise entlang der gesamten Wertschöpfungskette und robusten Partnerschaften aus, und schafft es somit, Versorgungsrisiken zu minimieren. Waren bislang Leistung und Preis die Hauptkriterien in der Werkzeug- und Schneidstoffentwicklung, stehen nunmehr schon während der Entwicklungsphase die Kreislaufwege und Nachhaltigkeitsaspekte im Fokus. So werden im Vortrag Schneidstoffe und Zerspanungswerkzeuge vorgestellt, die unter Beachtung dieser Kriterien entwickelt wurden. Anhand dieser Beispiele werden die chemischen und thermischen Zn-Recyclingprozesse aufgezeigt und erläutert, wie die damit gewonnenen Sekundärrohstoffe zur Reduzierung von Emissionen, zur Sicherung der Rohstoffversorgung und zum Produkterfolg beitragen können. Darüber hinaus wird ein Ausblick auf aktuelle Projektbeteiligungen zur Verfahrens- und Anlagenentwicklung für das Hartmetall-Recycling gegeben.
Werkzeugaufbereitung von VHM-Bohrwerkzeugen – Präzision trifft Nachhaltigkeit
Petra Preiß - Gesellschaft für Fertigungstecnik und Entwicklung Schmalkalden e.V. (GFE)
Bei der Herstellung und dem Einsatz von Präzisionswerkzeugen gewinnt die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten zunehmend an Bedeutung. Insbesondere bei Zerspanungswerkzeugen, deren Herstellung einen hohen Energieeinsatz in Verbindung mit einer herausfordernden Rohstoffversorgung erfordert, stellt die Wiederaufbereitung eine Möglichkeit zur verbesserten Nutzung von Ressourcen dar. Durch einen wiederholten Wiederaufbereitungsprozess kann die Einsatzeignung von Werkzeugen wiederhergestellt und die Gesamtnutzungsdauer deutlich verlängert werden.
Um Präzisionswerkzeuge wirtschaftlich ohne Nachteile in Bezug auf die Produktionskosten wiederaufbereiten zu können, müssen technologisch und wirtschaftlich nutzbare Kombinationen aus bewährten und neuen Entschichtungs-, Reinigungs- und Präparationsprozessen identifiziert und in die erforderlichen Abfolgen des Nachschleifens und Nachbeschichtens integriert werden.
Hierfür werden anhand der Analyse des Bohrens schwer zerspanbarer Materialien mit wiederaufbereiteten Werkzeugen verschiedene Trends und Herausforderungen für den wirtschaftlichen Einsatz wiederaufbereiteter Bohrwerkzeuge dargestellt. Dabei erfolgt die Optimierung von Technologien für eine effektive Prozesskettengestaltung inkl. Schneidkantenmikrogeometrie vor und nach der Beschichtung unter Berücksichtigung grundlegender Wirkzusammenhänge der Entschichtungs-, Reinigungs- und Beschichtungstechnologie. Dies stellt die Ausgangsbasis für ein leistungsfähiges wiederaufbereitetes VHM-Werkzeug dar.
Anleitung zum Glücklichsein - Generative und Agentische KI und Geschäftsentwicklung
Denise Holfeld - Fraunhofer-Allianz Big Data und Künstliche Intelligenz
Generative Künstliche Intelligenz (GenAI) revolutioniert die Geschäftsentwicklung und eröffnet auch kleinen und mittelständischen Unternehmen neue Chancen für Innovation und Effizienzsteigerung. Es wird ein kurzer Überblick über die technischen Grundlagen von klassischen KI-Methoden bis hin zu modernen Sprachmodellen und agentischen Systemen gegeben. Im Fokus stehen aktuelle Trends wie die effiziente Nutzung großer Sprachmodelle, die Bedeutung einer sicheren Anbindung eigener Daten und agentische KI-Systeme, die durch Autonomie, Anpassungsfähigkeit und Personalisierung neue Wege zur Effizienzsteigerung und Prozessoptimierung eröffnen. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele – von automatisierten Angebotsprozessen über Qualitätssicherung bis hin zur sicheren Datenverarbeitung – wird gezeigt, wie KI-Lösungen nicht nur Kosten und Zeit sparen, sondern auch kritisches Know-how sichern und neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Der Einstieg in KI-Technologien ist heute leichter und wirtschaftlicher als je zuvor: Leichtgewichtige, branchenspezifische Lösungen bieten einen schnellen Zugang zu den Vorteilen der Digitalisierung. Lassen Sie uns gemeinsam entdecken, wie KI zu einem Schlüssel für nachhaltigen Geschäftserfolg werden kann.
Sichtbare Präzision und der Mut zur Einfachheit – der Weg zu nachhaltigem Erfolg
Ralf Tschorn - Ralf Tschorn - Inspection Solutions
In einer Branche, in der höchste Präzision und wirtschaftliche Effizienz über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden, eröffnet dieser Vortrag einen neuen Blick auf die Qualitätssicherung in der Werkzeugbearbeitung. Statt komplexer Messtechnik steht die Frage im Mittelpunkt, wie optische Präzision durch einfache, intuitive Lösungen direkt neben der Maschine sichtbar und sofort nutzbar werden kann.
Der Vortrag zeigt, warum Mut zur Vereinfachung nicht Rückschritt, sondern Fortschritt bedeutet – und wie moderne optische Messsysteme wie Toollense Produktionsprozesse beschleunigen, Fachkräfte entlasten und die Prozesssicherheit nachhaltig steigern. Die Teilnehmenden erhalten eine klare Perspektive darauf, wie sichtbare Präzision und intuitive Bedienbarkeit gemeinsam einen messbaren Beitrag zu Produktivität, Qualität und langfristigem Unternehmenserfolg leisten.
Perfekte Werkzeugperformance in den Zukunftsmärkten der Zerspanung dank innovativer HiPIMS- und Diamantbeschichtungen
Dr. Marius Gipperich - Cemecon AG
Der Zerspanungsmarkt befindet sich im Wandel. Während in traditionellen Branchen immer weniger Umsätze zu erzielen sind, werden bei neuen Anwendungen immer höhere Anforderungen an die Zerspanwerkzeuge gestellt. Ein wichtiger Grund dafür sind die in den Zukunftsfeldern eingesetzten, schwer zu zerspanenden Hochleistungswerkstoffe: hochfeste Stähle oder Aluminium- und Titanlegierungen, Keramiken wie Zirkonoxid oder kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK). Neben der Werkzeuggeometrie und den Werkstoffeigenschaften des Substrats spielen Beschichtungen hier eine ausschlaggebende Rolle. Nur, wenn Werkzeug, Beschichtung und Anwendung aufeinander abgestimmt sind, werden die notwendigen Standzeiten erreicht oder die Zerspanung überhaupt erst möglich.
Um Schichten herzustellen, die diese neuen Anforderungen erfüllen, sind Hightech-Beschichtungsprozesse erforderlich. HiPIMS- und Diamantbeschichtungsprozesse ermöglichen viel mehr als den reinen Auftrag des geeigneten Schichtwerkstoffs. Sie sorgen darüber hinaus für die optimale Haftung auf dem Substrat, die Einstellung der mechanischen Eigenschaften über die Mikrostruktur sowie höchste Oberflächenqualitäten.
Neben der grundlegenden Erklärung der genannten Beschichtungstechnologien werden im Vortrag unter anderem AlCrN-basierte HiPIMS-Schichten und nanokristalline Diamantschichten mit ihren Vorteilen und Anwendungen vorgestellt.
Die Branche der Präzisionswerkzeugmechaniker im Wandel:
Wirtschaftliche Lage, globale Herausforderungen und Fachkräftebedarf
Prof. Dr. Wilfried Saxler - Fachverband der Präzisionswerkzeugmechaniker e.V. (FDPW)
Der Vortrag beleuchtet die aktuelle Lage der Präzisionswerkzeugmechaniker-Branche im Spannungsfeld wirtschaftlicher Unsicherheiten, struktureller Veränderungen und technologischer Entwicklungen. Steigende Arbeits- und Energiekosten, komplexe Lieferketten sowie der tiefgreifende Wandel in der Automobilindustrie setzen Betriebe unter Druck. Gleichzeitig bleibt der Fachkräftemangel eine der zentralen Herausforderungen, verstärkt durch den langfristig sinkenden Erwerbspersonenpool. Anhand von FDPW-Branchenumfragen werden Entwicklungen bei Geschäftslage, Nachfrage, Rentabilität und Investitionsbereitschaft aufgezeigt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Rolle der Automatisierung: Sie reduziert Routinearbeiten, erhöht Effizienz und verändert Qualifikationsprofile, was sich auf die Aus- und Weiterbildung der Branchenmitarbeitenden auswirkt. Abschließend sollen Handlungsansätze aufgezeigt werden, mit dem Ziel, Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und neue Potenziale zu erschließen
VERANSTALTER
FDPW - Fachverband der
Präzisionswerkzeugmechaniker e.V.
Anton-Ockenfels-Straße 13
50321 Brühl
Tel.: +49-2232-1555-972
Fax: +49-2232-1555-973
E-Mail: info@fdpw.de
TAGUNGSADRESSE
Wernesgrüner Brauerei Gutshof
Bergstraße 4
08237 Steinberg/ Wernesgrün
Copyright © FDPW 2021 // Impressum // Datenschutz // AGB